Campusblog.HGW: StuPa und die fehlgeschlagene Mission „Aufklärung“

Donnerstag, 1. Januar 2015

StuPa und die fehlgeschlagene Mission „Aufklärung“

Das StuPa diskutierte am 16.12.2014 über den Antrag „Aufklärung gegen rechtspopulistische Bündnisse“. Intention des Antrags sei, „mit Veranstaltungen über die Themen Asylpolitik, Flüchtlingspolitik und gegen rechtspopulitische Bündnisse (wie z.B PEGIDA; ROGIDA; HEGESA usw.) aufzuklären und die gefahren, welche von solchen Bündnissen ausgehen, aufzuklären“. Der Antrag wurde angenommen. Mal wieder ein Antrag gegen rechts. Wie überraschend. Bedauernswert ist hingegen noch, dass das StuPa die Bewegung „Blockupy“ mit einem Antrag vom 06.05.2014 ihre Unterstützung schenkt.

Blockupy
Die Blockupy-Bewegung (zusammengesetzt aus dem englischen to block, dt. blockieren, und to occupy, dt. besetzen) wird als linkes Netzwerk bezeichnet. Sie richtet sich insbesondere gegen das „europäische Krisenregime“ und protestiert gegen die EZB. Was ist das Ziel der Blockupy-Bewegung? Wie die linksjugend [‘solid] treffend formulierte: „wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus“- diese Äußerung spricht für sich. Blockupy über sich und ihre Aktion am 18.03.2015 zur Eröffnung des Hauptquartiers der EZB in Frankfurt: „Tausende von wütenden Menschen und entschlossenen Aktivist_innen aus ganz Europa werden daher die Straßen rund um den Eurotower blockieren und dieses Event der Macht und des Kapitals unterbrechen“ (https://blockupy.org/). Warum also unterstützt die Mehrheit des StuPas diese Bewegung?

Wenn das StuPa also auf politische Gefahren von „Rechtspopulisten“ aufmerksam machen möchte, sollte aber die Gefahr aus der linken Szene nicht verkannt werden. Das StuPa müsste es endlich einsehen: Gefahren gibt es nicht nur von (Extremen) rechter Seite, sondern auch von (Extremen) linker Seite.


Wenn die Antragssteller für sich eine neue Mission, die des Aufklärens, gefunden haben, dann sollte doch auch bitte endlich ein Antrag gegen Linksextremismus vorgestellt werden. Extremismus stellt eine Gefahr dar – ob diese nun von rechts, links, religiöser oder sonstiger Art ist. Der Extremismus ist Feind unserer Demokratie. „Extreme Idealisten sind immer Feiglinge, sie nehmen vor der Wirklichkeit Reißaus.“ Jakob Boßhart

Eine bekannte Gruppierung mit linksextremen Tendenzen ist die linksjugend [‘solid]. Diese ist ein DIE.LINKE naher Jugendverband. Um euch einen Überblick über linksjugend [‘solid] zu verschaffen, findet ihr zunächst einige Zitate:

Selbstbezeichnung/Selbstdarstellung
„So radikal wie die Wirklichkeit – leben wir den Widerstand!“
 „Wir beziehen uns positiv auf die emanzipatorischen Traditionen des Kommunismus, des Sozialismus, der Sozialdemokratie und der libertären Bewegungen.“
„Als SozialistInnen, KommunistInnen, AnarchistInnen kämpfen wir für eine libertäre, klassenlose Gesellschaft jenseits von Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat.“

Extremismus verblenden
„Grüne Jugend und Linksjugend [‘solid] lehnen Extremismusbegriff und –theorie entschieden ab.“
„Um die Gefahr von Rechts zu benennen, braucht es nicht den Begriff „Rechtsextremismus“ oder „Extremismus““.

Kampagne: Ich bin linksextrem
Die Kampagne wurde ins Leben gerufen, um „das Extremismusmodell und seine Verfechter*innen anzugreifen, indem […] aufzeigen, wie absurd die Kriminalisierung und Repression gegenüber als „Linksextremist*innen“ Bezeichneten ist“. Ganz allgemein formuliert Kennzeichen des politischen Extremismus ist die Ablehnung und Beseitigung des demokratischen Verfassungsstaats – mit Linksextremismus wird das Übel in der Gesellschaft vor allem durch die „kapitalistische Klassengesellschaft“ begründet. Die vehemente Ablehnung des Extremismusbegriffes zeigt eine gewisse Realitätsferne. Darüber hinaus wird die politische Intoleranz offengelegt: Die linksjugend [‘solid] differenziert nicht zwischen „rechten“ und „rechtsextremen“ – daran erkennt man deutlich, dass hier alle „rechtsdenkenden“ in einen Topf mit den Extremisten geworfen werden. Ob das noch human ist? Scheinbar nicht.

Näheres zum politischen rechts-links-Schema findet ihr auf der Seite des BPB.

Die erwähnten Beschlüsse des StuPas finden sich auf der Website www.stupa.uni-greifswald.de.

2 Kommentare:

  1. Liebe Fans der Extremismustheorie,

    ist es nicht erbärmlich in Zeiten der NSU-Mordserie Rechts und Links gleichzustellen. Aber hey lieber antifaschistische Gegendemonstration kriminalisieren so wie Papa Lorenz Caffier es will. Stimmt ja ie Polizei hat ja das Recht friedlich Demonstration nider zuknüppeln... und was haben Franzsösische Demonstratien in MV zutun!

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  2. Lieber...Anonym,

    Wenn Sie uns doch freundlicher Weise zeigen könnten, wo genau wir in diesem Beitrag rechts und links im Hinblick auf die NSU-Mordserie gleichsetzen?
    (Wir nennen in diesem Kontext mal nur nebenbei das Stichwort RAF.)

    Die Intention dieses Beitrags war es, darauf Aufmerksam zu machen, dass politisch motivierte Straftaten von links eine Gefahr darstellen, was das StuPa in den meisten Fällen ja offensichtlich verkennt.

    Fakt ist: Wenn linksextreme Gruppierungen offen zu Gewalt gegen Polizeibeamte aufrufen, ist das kein Kavaliersdelikt.
    Ebenso aus einem schwarzen Block heraus Pflastersteine zu werfen und damit eine friedliche Demonstration/Gegendemonstration zu gefährden.

    Wie Sie aus diesem Beitrag auf "Gegendemonstrationen kriminalisieren" und "friedliche Demonstranten niederknüppeln" kommen, bleibt uns leider verborgen. Könnten Sie dazu vielleicht genauere Angaben machen, was das mit dem vorliegenden Artikel zu tun hat?

    Nebenbei bemerkt ist dies auch ein sehr aktuelles Thema, da im Jahr 2013 die politisch motivierten Gewalttaten von links um mehr als 20 % gestiegen sind (Quelle: BMI).
    Das ist für uns Grund genug, darauf aufmerksam zu machen.

    Generell geht es hier nicht darum, rechte Straftaten zu verharmlosen, sondern lediglich auch auf die andere Seite des Spektrums aufmerksam zu machen.

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