Campusblog.HGW: fzs Austritt - jetzt erst recht

Mittwoch, 17. Dezember 2014

fzs Austritt - jetzt erst recht

Der fzs (Freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften) gilt als der Dachverband der verfassten Studierendenschaft. Insgesamt sind nach aktuellem Stand 83 Hochschulen Mitglied im fzs, darunter auch die Universität Greifswald als Fördermitglied seit 2013 (auf der Homepage gekennzeichnet mit „Fm“). Dafür entrichtet unsere Uni einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 500 Euro pro Jahr (http://stupa.uni-greifswald.de/beschlussbuch/2013/beschluesse/2013-04-16/11.pdf). Hinzukommen noch Fahrtkosten zu Mitgliedersammlung(en) o.Ä. Die Universität Greifswald hat kein Wahl- oder Stimmrecht auf Mitgliederversammlungen.

Die Kritik am fzs:
In diesem Jahr leistete sich der fzs einen größeren Skandal, der für Aufsehen sorgte. Die ehemalige Frauenbeauftrage Franziska Hildebrandt legte ihre Arbeit beim fzs nieder. Sie kritisierte den internen Umgangston, aber auch die Tatsache, dass allem Anschein nach die Antidiskrimminierungspolitik des fzs nur eine „glitzernde Rauschgoldverpackung“ sei, um u.a „Kapazitäten der Studierendenschaft zu verschwenden“ und daneben interne Differenzen zu „verbergen“. Außerdem wird dem fzs die Kritik zu Teil, „parteipolitische Interessen“ wahrzunehmen und zu erreichen.
Wer sich den Spaß erlaubt, die Website des fzs durchzuforsten, wird schnell mit interessanten Äußerungen konfrontiert. Hier ein paar Ausschnitte, die die politische Ausrichtung des fzs präsentieren:

  • Abschaffung Exellenzinitiative
„Der Zwang, sich stets im Wettbewerb mit anderen Fachbereichen und Forscher*Innen zu sehen, muss aufgelöst werden."


  • Solidarisierung mit..
„Solidaritätserklärung der Mitgliederversammlung des freien zusam-menschluss von studentInnenschaften an die StudentInnen in Österreich“ (es gibt noch weitere Solidarisierungsanträge)


  • Geschlechterpolitik
„Geschlecht dient ausschließlich dazu, diese Machtstrukturen aufrecht zu erhalten. Ein langfristiges Ziel von Geschlechtspolitik muss es demnach auch sein, Geschlecht abzuschaffen“


  • Schuldenbremse
„Die neoliberale Steuerpolitik des letzten Jahrzehnts, die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten zwei Jahre und die in den letzten Zügen der "großen" Koalition beschlossene so genannte Schuldenbremse, hat das gesamte Staatsgebilde BRD an den Rand der Handlungsunfähigkeit gebracht“

  • Studentenverbindungen
„Allerdings trifft die Beschreibung als rechtsextrem nur auf einen Teil des Verbindungsspektrum zu. Eine Kritik, die sich vorrangig auf neofaschistische Tendenzen bei einigen Verbindungen stützt, greift erheblich zu kurz. Denn kritikwürdige Elemente finden sich als konstituierende Bestandteile bei allen studentischen Verbindungen: Hierarchische Strukturen, das Lebensbundprinzip, männerbündische Strukturen, Elitenbildung, die Rolle im Nationalsozialismus und eine mindestens konservative und oftmals nationalistische Grundhaltung.“ (es gibt auch Verbindungen, in denen nur Frauen Mitglieder sein dürfen vgl. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studentenverbindungen-frauen-fechten-nicht-a-140971.html).


  • Pro Zivilklausel
„Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V. fordert anlässlich der Ergebnisse der Kleinen Anfrage der LINKEN im Bundestag zu Rüstungsforschung die flächendeckende Einführung von Zivilklauseln an Hochschule“


Es ist nicht abzustreiten, dass der fzs eine starke linke Ausrichtung hat. Heuchlerisch bezeichnet sich der fzs als „überparteilich“, jedoch ist hiervon keine Spur zu finden.

Es stellt sich außerdem noch die Frage: Was hat unsere Uni davon? Auf der gestrigen StuPa-Sitzung wurde auch diese Frage gestellt, doch wirklich zufriedenstellende Antworten gab es nicht, lediglich ein Lob für die Arbeit des fzs verschenkt.



Es ist zu hinterfragen, ob diese Mitgliedschaft im fzs wirklich notwendig ist und auch Vorteile für unsere Uni verschafft, denn nur so lassen sich die 500 Euro rechtfertigen. Bisher gibt es keine tatsächlichen Vorteile für die Studenten der Universität Greifswald und diese wird es wahrscheinlich auch nie geben. Nicht umsonst sind in diesem Jahr einige Hochschulen (TU Berlin, Uni Mainz, Uni Bremen) aus dem fzs ausgetreten und andere seit längerer Zeit keine Mitglieder mehr (Uni Marburg, Uni sowie Fachhochschule Gießen, StuRa der Universität Chemnitz, Hochschule Darmstadt, FU Berlin, HU Berlin). Man sieht, es geht auch ohne fzs. Das Geld wäre an anderen Stellen wie z.B. bei der Rücklage, für Veranstaltungen oder für die Ersti-Woche wesentlich besser geeignet.

3 Kommentare:

  1. Ausgerechnet in einem CDU nahen Blog regt man sich über eine politische Ausrichtung einer eigentlich überparteilichen Organisation auf - das ist sowas von CDU like. Aber gut die Konservativen zeigen halt oft mit dem Finger auf andere obwohl sie selbst nicht besser macheb und werfen gerne mit Steinen obwohl sie nicht nur in einem Glashaus sitzen...

    ps ich bin keine Robot

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  2. Lieber Anonym,

    um es abzukürzen: Zum Thema CDU lesen Sie sich bitte die Kommentare zum Post "Nachtrag zum Rücktritt von Therese Altenburg" durch, ansonsten würden wir Sie bitten jedwede Unterstellungen zu unterlassen.
    Leider haben Sie zu den inhaltlichen Punkten, die wir dargestellt haben, nichts geschrieben, sondern nur gepöbelt. Das bedauern wir sehr, wir würden uns über ernsthafte inhaltliche Kommentare zum Thema sehr freuen :)

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    1. Ach komm(t) schon, sei(d) froh froh dass wenigstens ich dir/euch, in meinen einsamen dunklen Nächten, ein wenig Aufmerksamkeit schenke ;)

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