Campusblog.HGW: Endlich wird die Räumung der Brinke vollzogen!

Freitag, 21. November 2014

Endlich wird die Räumung der Brinke vollzogen!

Tatsächlich ist es soweit: Die Brinke wird nun nach langem hin und her geräumt. Gestern Morgen wurde die Räumung nun initiiert und vollzogen. In unserem Artikel „Brinke 16-17 - eine Aktion, die aus dem Ruder läuft“ haben wir euch bereits auf die Umstände in der Brinke hingewiesen.  

Was wird sich jetzt in der Brinke ändern? 
Zunächst einmal soll das Gebäude der Brinke abgerissen werde, sodass das alte Haus von der Stadtfläche verschwindet und neue Eigentumswohnungen gebaut werden können. Hoffentlich wird es auch um die Brinke 16-17 nun endlich etwas ruhiger und das Chaos (nein, damit sind die nicht Aktivisten gemeint) wird sich von nun an verabschieden.

Die Räumung zusammengefasst:
Morgens gegen 9:30 Uhr trafen die Polizeibeamten in der Brinke ein. Es wurde versucht, die Demonstranten und Besetzer des Gebäudes zu verweisen, um mit den Räumungsarbeiten und dem Abriss zu beginnen. Leider kam es zu Komplikationen, denn die Aktivisten leisteten enormen Widerstand, allerdings werden auch der Polizei sowie anderen Verantwortlichen massive Kritiken am Vorgehen zu Teil. Ob die Räumung rechtlich einwandfrei verlief, wird z.T bezweifelt. Informationen zufolge möchte die Initiative rechtliche Schritte gegen den Bauunternehmer einleiten, da der Verdacht gehegt wurde, dass während des Vorgehens das Gas nicht abgestellt wurde – zweifellos eine Gefahr für Leib und Leben. Nähere Informationen werden euch so schnell wie möglich mitgeteilt.

Kommentar:
Recherchiert man im Internet hinsichtlich einer Stellungnahme der Aktivisten zu dem gestrigen Ablauf der Räumung, so wird man doch etwas fündig. Interessant hierbei ist die Aussage des „Brinke 16bis17“ –Portals: „Der Eigentümer hat mit dem Abriss unter diesen Umständen Menschenleben aufs Spiel gesetzt, um seine wirtschaftlichen Einzelinteressen durchzusetzen. […]“. Sicherlich mögen diese Personen kein gutes Wort über den Bauherren verlauten lassen, aber ist „wirtschaftliche Einzelinteressen“ wirklich das richtige Stichwort? Nicht umsonst läuft nun gegen zehn der Besetzer ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs. Auffällig ist ebenfalls, dass diese Initiative u.a verschweigt, dass auch gegen zwei Besetzer ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet wurde. Die Initiative beklagt außerdem, dass die Polizei gegen das „Versammlungsrecht“ verstoßen habe (das mag so zu betrachten sein), allerdings verliert die Initiative auch kein Wort darüber, dass gegen einen Teilnehmer eine Anzeige vorliegt  – richtig, wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz! Dass solche wichtigen Informationen rund um den Vorgang der Räumung unterdrückt werden, ist dezent verständlich, aber regelrecht bedauernswert, denn schließlich sollte zumindest der Glaubwürdigkeit wegen eine Berichterstattung der „Schattenseite“ dieser Aktion geleistet werden.

Doch wie steht die Bevölkerung unserer schönen Hansestadt zu der Räumung? Verfolgt man Leserkommentare aus diversen Medien, ist deutlich erkennbar, dass nicht wenige die Räumung als eine Art Erleichterung sehen. Betrachtet man die Fotos der Brinke (wenn man gestern nicht vor Ort war), fällt sofort die optisch missfallende Umgebung ins Auge. Um den Erhalt eines nach subjektiver Auffassung für das Stadtbild wertvolle, historisch bedeutsamen Gebäudes zu kämpfen und erzielen wollen, verdient Respekt und Anerkennung. Die Umgebung hingegen so verkommen zu lassen, ist unglaublich unerfreulich und stellt die Aktivisten sowie die Beteiligten einem Verwüstungskommando gleich. Wollte man doch um den Erhalt werben, sollte man doch versuchen, die Umgebung sauber zu halten und nicht in einen heruntergekommenen Campingplatz transformieren. Eine (oder vielleicht auch mehrere?) Mahnwache(n) sollen trotz alledem stattfinden. Sogar der Abriss scheint den widerstandsfähigen Aktivisten kein Hindernis zu sein, sondern eher eine Motivation. Bleibt zu hoffen, dass die Mahnwachen friedlich verlaufen, ohne weiteren Missmut anzurichten. Vielleicht akzeptieren ja die Aktivisten und Beteiligten in naher Zukunft, dass ihr „Kampf“ gegen den Abriss der Brinke nun endgültig verloren ist. Auch eine Niederlage muss man eingestehen können!

Insgesamt betrachtet ist einschlägig, dass sowohl die Initiative „Brinke 16bis17“ sowie andere Teilnehmer doch eher linkstendenziösen Pragmatismus in die ganze Angelegenheit fließen lassen, sodass sich wieder einmal die Frage stellt, ob die Hausbesetzung der Brinke nicht (primär) der Rettung des Bioladens und dem Erhalt der Architektur dient, sondern schlichtweg ein Protest gegen den Kapitalismus und die Rechtsordnung darstellt– getreu dem Motto „viva la revolución“.

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